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O+G-Branche sorgt sich um Erträge
Donnerstag, 16.02.2012
 
Breite Themenpalette auf der Fruit Logistica in Berlin – LEH verlangt nach mehr Frische
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LZnet/dl. Getreu dem Motto "Es kann ja nicht noch schlechter werden" erwarten die meisten Aussteller der Fruit Logistica für das Nach-Ehec-Jahr 2012 bessere Geschäfte. Die Erträge stehen allerdings nachhaltig unter Druck.

Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in vielen europäischen Ländern verzeichnete die Fruit Logistica (FL) einen neuen Ausstellerrekord, mit 2.537 Ausstellern aus 84 Ländern.
 
Der Anteil ausländischer Aussteller lag bei rund 90 Prozent. Rund 56000 Fachbesucher aus 139 Ländern informierten sich über Produkte und Dienstleistungen der gesamten Fruchthandelsbranche.

Der Anteil ausländischer Besucher lag bei 80 Prozent. Die meisten Aussteller lobten nach Messeschluss den internationalen Besuch, der einen intensiven Austausch zwischen Im- und Exporteuren ermöglichte.

Zweckoptimismus nach Ehec-Krise

Der LEH nutzte die Messe, um Kontakte zu pflegen. Abschlüsse wurden nicht getätigt. Besprochen wurden vielmehr die Themen "direkter Zugang zum Feld", die ganzjährige Verfügbarkeit der Ware, Nachhaltigkeit, Logistik sowie Verpackung.

Von Seiten der Erzeuger und Fruchthändler wurden die zu niedrigen Preise thematisiert, die nach Ansicht der Unternehmen zu Problemen bei den Erträgen führen. Die meisten Anbieter flüchten sich allerdings in Zweckoptimismus und erwarten im Jahr Eins nach Ehec eine Besserung, schon weil es gar nicht mehr schlimmer kommen könne.

Auf den Wunsch nach mehr Frische reagiert The Grennery mit direkterer Belieferung des Handels. Da zum Teil bereits der Gärtner die Ware verpacke, könne so laut Deutschlandchefin Yvonne Geurten ein Tag mehr Frische gewonnen werden.

Der Bananen-Markt bleibt umkämpft, und die Gunst der Verbraucher ist teilweise teuer erkauft. Das bestätigte Jörg Nürnberg von Univeg Deutschland: 55 Prozent der Bananen würden inzwischen über den Discount verkauft. Aldi Nord hatte zuletzt mit einem Aktionspreis von 69 Cent/kg die Branche geschockt.

Fyffes setzt deshalb auf ein Wachstum bei Biobananen sowie auf die Gemüsebanane als Snack. In Frankreich, Deutschland, Spanien und Holland wurden die Plantain Chips bereits über eine Million Mal verkauft. Fyffes-COO Coen Boos sieht das Unternehmen mit den deutschen Tochterunternehmen Weichert und Van Wylick gut aufgestellt.
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Bayerisch-neuseeländische Allianz

Auch der Dole Europe Stand zeigte die Entwicklungen des Unternehmens in verschiedenen innovativen Sortimentsbereichen: Die Angebotserweiterung bei lateinamerikanischer Ware wird durch die Markteinführung der Kochbanane und die begleitende Marketingkampagne zur Verkaufsförderung gestützt. Dole erweitert zudem mit der Übernahme des US-ansässigen Unternehmens SunnyRidge das Angebot um Beeren.

"Nichts schmeckt wie eine Chiquita" – unter diesem Motto präsentierte der Multifruchtexperte sein Qualitäts-Programm. "Unsere standardisierten Kontroll-Programme ermöglichen es uns, flexibel auf kritische Aspekte zu reagieren. Dies fördert nicht nur den Abverkauf der Bananen, sondern verringert auch die Abschriften unserer Handelspartner", betont Ernst Schulte, Geschäftsführer von Chiquita Deutschland und Österreich.

Der europäische Ableger des neuseeländischen Unternehmens Turners &Growers, Enzafruit, traf erstmals den neuen Vorstand. Die BayWa Group mit Sitz in München hatte Enzafruit Ende 2011 übernommen. Enza-Managing Director Tony Fissette: "Der Vorstand wird neuen Wind in die Enzafruit bringen. Es ist gut zu sehen, dass das Unternehmen eine Langzeitstrategie durchsetzen möchte, mit der wir unsere Arbeit im internationalen Apfelgeschäft ausbauen können."

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Fokus

Das Thema Pflanzenschutzmittel-Rückstände sorgte für großen Andrang bei den Chemieriesen Bayer CropScience und BASF. Beide Unternehmen präsentierten Projekte vom Saatgut bis zum LEH, mit denen Rückstandsüberschreitungen vermieden werden sollen. So stellten Bayer und Hans-Jürgen Matern von der Metro Group eine Kooperation mit Gemüsebauern aus Indien vor.

"Wir zählen heute europaweit zu den wichtigsten Produzenten und Vermarktern neuer Sorten wie Pink Lady, Kanzi, Rubens, Jazz und Modì", erläuterte Gerhard Dichgans, Direktor des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG).

Zu den aktuellen Marktchancen für den Südtiroler Apfel sagte er: "Mit der guten Ernte in Westeuropa, vor allem aber auch in Polen, tun wir uns als exportorientiertes Unternehmen in dieser Saison etwas schwerer als im Vorjahr. Dies gilt vor allem für die Belieferung des deutschen Marktes, während wir in England und Skandinavien leicht im Plus liegen." In naher Zukunft sieht Dichgans gute Chancen in den osteuropäischen Märkten und in Nordafrika.
 
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