Impulse für das Nonfood-Geschäft Mittwoch, 15.02.2012 Die Frankfurter Frühjahrsmesse bleibt Ort für intensiven Meinungsaustausch – Neue Distributionskonzepte für den LEH
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LZnet/zim. Die Frühjahrsmesse Ambiente hat sich einmal mehr als bedeutendstes Kommunikationsforum der Konsumgüterbranche erwiesen.
Eine reine Ordermesse wie noch zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders ist die traditionsreiche Frankfurter Frühjahrsmesse schon lange nicht mehr. Doch als Neuheitenschau und vor allem als Ort für intensiven Meinungsaustausch hat die Veranstaltung, die seit 20 Jahren den Namen Ambiente trägt, ihren Rang als unverzichtbares Branchenereignis bewahrt.
Deshalb war auch auf der Ambiente 2012, die vom 10. bis 14. Februar auf dem Frankfurter Messegelände stattfand, die komplette Bandbreite der Konsumgüterbranchen vertreten. Angesichts des stabilen Konsumklimas in Deutschland sind die Erwartungen für den Verlauf des Jahres 2012 von einer optimistischen Stimmung geprägt. Deutlich wurde aber auch, dass der Strukturwandel des Nonfood-Geschäfts nachhaltige Folgen für die Vertriebsstrategien vieler Hersteller und Lieferanten hat.
Zusammenarbeit mit großen Handelszentralen im Blick
Dabei steht die Notwendigkeit von unterschiedlichen Distributionskonzepten gar nicht mehr in Frage. Diskutiert wurde auf der Ambiente vielmehr darüber, wie breit diese angelegt sein sollten. Viele Markenartikler wollen ihre Zusammenarbeit mit großen Handelszentralen verstärken. Anders als in früheren Jahren stehen die SB-Warenhausunternehmen allerdings nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt solcher Bestrebungen.
Ausgebaut werden soll beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Media-Saturn-Holding. Von vielen Herstellern wird anerkannt, dass MSH kompetente Haushaltswarenabteilungen etabliert hat; und sie wollen diesen für Elektrofachmärkte ungewöhnlichen Weg einer Sortimentserweiterung weiterhin unterstützen.
Real wagt sich offensichtlich an Fachmarktlösungen
Gleichwohl prüfen weiterhin viele Top-Markenartikler, wie ein Engagement im Lebensmittelhandel aussehen könnte. Als beispielhaft gelten hier die Konzepte etwa von Globus, St. Wendel, oder der zur Bünting-Gruppe gehörenden Famila.
Doch auch Metro-Tochter Real wagt sich offensichtliche an umfassende Fachmarktlösungen, berichteten Hersteller auf der Ambiente. So wird in einem Real-Haus in Bremen eine Abteilung getestet, in der sich auf hochwertigen Warenträgern Markenartikler wie Villeroy & Boch, Schulte-Ufer, Gefu, Arzberg oder Leonardo präsentieren.
Branchenkenner halten solche Strategien für vielversprechend, wenn sie markenaffin umgesetzt werden. Verwiesen wurde in diesem Zusammenhang aber bei vielen Gesprächen auf der Messe darauf, dass der LEH weniger Einzellösungen braucht, sondern vor allem auf Themenpräsentationen setzen sollte. Insbesondere bei Konzepten, die Food und Nonfood zusammenführen, herrsche angesichts des großen Potenzials noch erheblicher Handlungsbedarf.